Interview: Jahrbuch der Tiroler Wirtschaft, 2015

Wie uns Red Bull verändert.

ICARUS creative. Die Innsbrucker Kreativagentur definiert Leidenschaft, Authentizität und kompromisslose Qualitätsorientierung als ihre Erfolgskomponenten, sowohl internationalen Marken als auch regionalen und lokalen Unternehmen zu kommunikativen Spitzenleistungen zu verhelfen. ECHO bat Peter Mair und Markus Huber zum Interview.

 
 

ECHO: Ihr arbeitet seit vielen Jahren für Red Bull, gehört zu jenen weltweiten Agenturen, die wiederholt und kontinuierlich für die internationale Top-Brand arbeiten. Warum beschäftigt Red Bull ausgerechnet Eure Agentur?

Markus Huber: Seit mehr als zehn Jahren setzen wir für das Headquater in Fuschl am See internationale Projekte um. Ein wichtiger Faktor ist Authentizität. Wir verbiegen uns nicht, sondern versuchen bei jeder Auf­gabe, das Beste zu erarbeiten. Wir nehmen jeden einzelnen Auftrag extrem wichtig und matchen uns intern so lange, bis das richtige Ergebnis sichtbar wird.

Peter Mair: Wir sind lange im Geschäft, ­haben das Handwerk von der Pieke auf gelernt und verstehen uns auch als Handwerker. Und als solche arbeiten wir so lange an einer Aufgabe, bis – im besten Fall – das Ergebnis Kunst(handwerk) ist und den Kunden ­den gewünschten Erfolg bringt.

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ECHO: Was macht ein Kunde wie Red Bull mit einer Agentur und deren Mitarbeitern? Verändert die Arbeit für einen Global Player die handelnden Personen?

Markus Huber: Red Bull ist ein kongenialer Sparring-Partner, der uns zu Höchstleistungen inspiriert. Wenn wir die 17. Variante eines Jobs abliefern und Red Bull dann zufrieden ist, liegt ein Weg hinter uns, auf dem wir nicht nur viele Emotionen durchlebt haben, sondern auf dem wir von Version zu Version besser geworden sind.

Peter Mair: Es ist uns schon passiert, dass wir ein – unserer Meinung nach – tolles Ergebnis abgeliefert haben. Und dann kam die Rückmeldung: „Where is the spirit?“. Die Botschaft hat uns getroffen, aber wir spürten, dass sie stimmt. Handwerklich war alles stimmig und harmonisch, aber irgend­etwas fehlte noch. Immerhin ist es ja unsere Aufgabe, eine Aussage so zu visualisieren, dass sie ein „Aha“ auslöst. Ein Kunde wie Red Bull, mit ­internationalen Top Leuten bringt so etwas mit der lapidaren Frage „Where is the spirit?“ auf den Punkt. Dann heißt es weiterarbeiten und mitunter auch nach einem neuen Ansatz zu suchen. Mit Red Bull haben wir gelernt auch die letzten 5% zu mobilisieren und diese 5% machen den ­Unterschied.

ECHO: Euer Kundenportfolio ist breit gestreut. Tiroler Top-Unternehmen finden sich als Kunden gleichermaßen wie ­Luxushotels, bekannte Dienstleister, Produktionsbetriebe oder Start-Ups. Können Tiroler Unternehmen von Euren internationalen Erfahrung profitieren und was kann sich ein Unternehmen von Euch erwarten?

Peter Mair: Bei uns gibt es keine Betreuung nach einem Schema. Das Ergebnis muss ebenso individuell wie der Kunde sein. Entsprechend unterschiedlich ist der Weg dorthin. Dafür ist natürlich notwendig, den Kunden und seine Wünsche genau zu kennen.

Markus Huber: Eine große Herausforderung ist in vielen Fällen, zu erkennen, wo die Potentiale des Kunden liegen und was er wirklich braucht. Dafür ist nicht nur Zeit, sondern auch Erfahrung und Geschick notwendig.

Peter Mair: Dabei ist der Weg sehr unterschiedlich. Manche Kunden kommen und wissen ganz genau, was sie wollen. Unsere Aufgabe besteht darin zu Verdichten, zu Reduzieren, zu Schärfen und auf den Punkt zu bringen. Kommunizieren heißt aber immer auch Prioritäten setzen. Sonst sieht man den Wald vor lauter Bäume nicht. Wir erleben oft, dass sich Unternehmen regelreicht „tarnen“. In diesen Fällen ist unsere Aufgabe das Herausschälen, das Sichtbarmachen, das Übersetzen. Dabei nehmen wir dem Kunden aber niemals seine Rolle aus der Hand. Wir gestalten ein inspirierendes „Bühnenbild,“ sorgen für das perfekte „Licht“ und kreieren das passende „Kostüm“. Der Auftritt gehört dann ganz dem Kunden.

Markus Huber: Das macht uns aus: wir quatschen nicht, wir setzen um. Wir sagen nicht, was ein Kunde ändern muss oder soll, sondern bringen das, was unsere Kunden erzählen mit dem, was wir wahrnehmen in Balance. Und setzen es um in Lösungen, in Gestaltungen mit maximaler Wirkung. Denn die zunehmende Digitalisierung fordert von Marken, dass sie agiler, vielfältiger und ­experimentierfreudiger denn je agieren.

ECHO: Was kann sich ein Kunde von Euch erwarten?

Markus Huber: Unser starker Wille und unsere Passion für Design. Wir arbeiten auf der Basis langjähriger Erfahrung mit einem Team aus jungen Grafikern aus Spanien, Deutschland und Österreich, die Internationalität, Modernität und den Zeitgeist nach Tirol bringen. Der Name Icarus ist unsere Inspiration. Wir denken Gestaltung ohne Grenzen und betreiben Markenentwicklung und Markenführung auf hohem Niveau.

Peter Mair: Die allermeisten Kunden arbeiten viele Jahre mit uns, kaum ein Kunde wechselt die Agentur. So sehr der Prozess ein kreativer ist, so sehr die Lösungen manchmal an Kunst erinnern, so wichtig ist uns gleichzeitig, dass die Umsetzungen funktionieren, dass für den Kunden sich die handwerklichen ­Lösungen in Erfolg umsetzen. Und mittlerweile können wir behaupten, dass unsere ­Arbeit nachweislich geprüft ist. Unsere Kunden ­haben mit unseren kreativen Lösungen Erfolg am Markt.

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ECHO: Was sind für Euch die schönsten ­Momente in Eurer Arbeit?

Peter Mair: Wenn es gelingt, die Erwartungshaltung des Kunden zu übertreffen, wenn der Kunde und wir den Mut bewiesen haben, das Besondere zu schaffen, dann macht das schon große Freude. Oft entwickeln wir ein Projekt schon von der Namensfindung an und erleben dann, wie es sich nach und nach entfaltet, zum Leben erwacht und die Welt erobert.

Markus Huber: Wenn ein Kunde mir sagt, „Wow, das ist ja richtig geil!“, egal was der Job war, dann bin ich zufrieden. Freude bereitet auch die Auseinandersetzung mit den unterschiedlichsten Themen. Wenn auf ein Red-Bull-Projekt für Amerika ein Weinmagazin fürs Burgenland folgt oder das Produktdesign für eine Kosmetikmarke umgesetzt wird.

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ECHO: Warum heißt ihr Icarus? Der griechische Held Ikarus wurde für seinen Übermut, die Sonne erreichen zu wollen, von den Göttern bestraft.

Peter Mair: Im Wort Übermut steckt immer noch das Wort Mut. Aber vor allem ist die Geschichte von Ikarus ein Plädoyer gegen das Mittelmaß.

Interview: David Winter

 
 
 
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